Beim sogenannten Messie-Syndrom (in der Fachsprache oft „Hoarding Disorder“ oder pathologisches Horten) fällt es Betroffenen extrem schwer, sich von Dingen zu trennen. Die Wohnung füllt sich immer mehr, bis Räume nicht mehr nutzbar sind. Für Angehörige ist das oft belastend und schwer zu verstehen. Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine psychologische oder medizinische Beratung.
Keine Schuldzuweisungen
Horten ist keine Faulheit und keine bewusste Entscheidung. Vorwürfe führen meist dazu, dass sich Betroffene zurückziehen. Besser: Sorgen in Ich-Botschaften ausdrücken („Ich mache mir Sorgen, weil…“) und Unterstützung anbieten.
Professionelle Hilfe
Da hinter dem Horten oft psychische Belastungen stehen, ist therapeutische Unterstützung sinnvoll. Erste Anlaufstellen sind Hausärztinnen und Hausärzte, psychosoziale Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen.
Die Räumung: gemeinsam statt über den Kopf hinweg
Eine Räumung gegen den Willen der betroffenen Person kann sehr belastend sein. Wenn möglich, sollte sie einbezogen werden: Was ist wichtig? Was darf gehen? In welchem Tempo? Wir arbeiten in solchen Fällen besonders ruhig und nehmen uns Zeit.
Wenn es dringend wird
Manchmal drängt die Zeit – etwa wenn die Hausverwaltung eine Frist setzt oder hygienische Probleme bestehen. Dann ist eine zügige Räumung nötig. Auch dann arbeiten wir diskret und respektvoll und sichern persönliche Dokumente und Erinnerungsstücke.
Nach der Räumung
Eine geräumte Wohnung ist ein Neuanfang, aber keine Heilung. Begleitung und Unterstützung im Alltag helfen, dass sich die Situation nicht wiederholt.
Mehr zu unserem Vorgehen: Messie-Wohnung räumen.

